Weitere Leistungen unseres Labors:

Befundübermittlung

Wir bieten Ihnen folgende Möglichkeiten der Befundübermittlung an:
DFÜ (Datenfernübertragung), Fax und Post

Auf Wunsch archivieren wir Ihre Befund.

Behandlungsschema

Untersuchungsempfehlungen in der Krebsvorsorge:

1. Jährliche Vorsorgeuntersuchung mit konventionellem Abstrich
Optional:

-Dünnschichtzytologie/Monolayer
-Parallel Grundstatus HPV (PCR)
-Kontrolle 2-3 Jahre

2. ab IIw: Kontrolle nach 4-6 Monaten mit konventionellem Abstrich

3. ab IIID: Kontrolle nach 3-6 Monaten sowie zusätzlich HPV-Diagnostik. Diese Zellkontrolle möglichst ausschließlich durch Dünnschich-tzytologie.

4. Bei positiven Abstrich (ab Gruppe IIID) und HPV-Befund (high-risk): L1–Kapsid-Test (cytoactiv)

Alle Untersuchungen können und sollten in unserem Institut durchgeführt werden zur optimalen Gesamtbeurteilung mit entsprechenden Therapieempfehlungen.

Bei allen auffälligen Befunden geben wir eindeutige Empfehlungen zur Kontrolle bzw. Therapie. Diese Empfehlungen dienen Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt als Grundlage, Sie individuell zu beraten, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen.

Bedeutung Abstrichergebnisse

In Deutschland werden die Befunde in der gynäkologischen Zytologie wie folgt in Befundgruppen angegeben:

  • Gruppe 0 | Abstrichwiederholung

  • Gruppe I | Alles in Ordnung. Der Abstrich ist völlig unauffällig. Kein Krebsverdacht. Alle Zellen sind eindeutig gutartig.
    -> Ein erneuter Zellabstrich ist erst im Rahmen der nächsten Vorsorgeuntersuchung notwendig

  • Gruppe II-a | Unauffälliger Abstrichtest. Erneute Untersuchung nur bei Hinweisangaben in der Vorgeschichte.
    -> ggf. Wiederholung der Abstrichuntersuchung

  • Gruppe II p-g-e | Meist unwesentlich oder nur geringfügig veränderte Zellen. Es besteht kein Verdacht auf Vorliegen einer Krebsvorstufe und damit auch kein Krebsverdacht.
    -> Abstrichuntersuchung nach einem Jahr, ggf. mit weiteren Tests, Scheidenspiegelung oder nach vorheriger Behandlung. Bei einem Befund Gruppe II-e weitere Untersuchung durch den Frauenarzt bzw. die Frauenärztin

  • Gruppe III p-g-e-x | Ein solcher Abstrich ist nicht eindeutig. In der Zellprobe wurden zwar keine Krebszellen gesichtet, jedoch Zellreaktionen oder -veränderungen, die auffällig aber mikroskopisch nicht eindeutig zu bestimmen sind.
    -> Neben einem erneuten Abstrich werden oft weitere Zusatztest, eine antibiotische oder hormonelle Behandlung und eine Scheidenspiegelung (Kolposkopie) erforderlich, manchmal auch eine kleine Gewebeentnahme. Eine Abstrichwiederholung erfolgt in Abhängigkeit vom Befundergebnis.

  • Gruppe IIID1; IIID2 | Dieser Abstrich-Befund ist gerade bei jungen Frauen sehr häufig und wird meist als leichte oder mäßige Dysplasie bezeichnet, d.h. es zeigen sich leichte Tellveränderungen möglicher Krebsvorstufen. Es besteht ein geringes Risiko echte Krebszellen zu entwickeln, es liegt aber kein Krebs vor. Meist hängt diese Veränderung mit der häufig verbreiteten HPV-Infektion zusammen.
    -> Wegen ihrer guten Rückbildungsfähigkeit werden Anstrichbefunde der Gruppe IIID1 oder IIID2 abwartend kontrolliert. Bei wiederkehrenden Zellveränderungen sollte eine Abklärung durch ergänzende Untersuchungen wie Scheidenspiegelung (Kolposkopie), Abstrichkontrolle und Zusatztests erfolgen.

  • Gruppe IVa p-g | Dieser Befund wird als schwere Dysplasie oder auch als "in-situ-Vorstufe" bezeichnet, d.h. es liegen starke Zellveränderungen möglicher Krebsvorstufen vor.
    -> Diese Zellveränderungen bilden sich ohne Behandlung nur selten zurück, so dass ein operativer Eingriff oft nicht zu umgehen ist.

  • Gruppe IVb p-g; V p-g-e-x | Bei Abstriche der Gruppen IVb und V ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich ein Krebs entwickelt hat.
    -> Der Abstrichbefund wird durch eine zusätzliche Gewebeprobe abgeklärt. Die weitere Behandlung ist abhängig vom Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung.

Bei regelmäßiger Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen sind Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses zum Glück äußert selten.

Auffälliger Abstrich bei Schwangeren

Ein operativer Eingriff ist bei einer Frau in der Schwangerschaft bei einem Abstrich Gruppe Pap. IV a nicht notwendig. Er gefährdet den Fortbestand der Schwangerschaft durch Schwächung der Zervix und Veränderung der Scheidenflora. Zudem besteht die Gefahr, dass der verschliessende Schleimpfropf ebenfalls seiner Funktion beraubt wird.

Zytologische Kontrollen sollten bei dieser Befundlage alle 4 -6 Wochen in der Schwangerschaft erfolgen. Es besteht die Möglichkeit, die Kontrolle durch konventionelle Zytologie oder Dünnschichtzytologie durchzuführen. Weiterführende Untersuchungen sind ebenfalls möglich und sinnvoll wie

  • die HPV–Diagnostik
  • der Cytoaktiv–Test, ein immunzytochemisches Nachweisverfahren zur Risikoabwägung zellulärer Läsionen
  • die Kolposkopie ist eine sehr sinnvolle Zusatzuntersuchung, es kann eine gezielte Biopsie ohne Scheidendesinfektion (!) vorgenommen werden 

Eine histologische Abklärung sollte nach Abschluss des Wochenbettes bzw. nach 6 – 8 Wochen nach der Geburt nach nochmaliger zytologischer Kontrolle erfolgen. Es besteht unter Berücksichtigung der angegebenen Vorgehensweise keine Gefahr für die Patientin, in der Schwangerschaft an einem Zervixkarzinom zu erkranken, da die Latenzzeit wesentlich länger als 9 Monate ist.

Die Auswertung des Abstrichs muss in einem qualifiziertem Labor erfolgen und möglichst von einem zweiten Zytologen begutachtet werden (doppelte Validierung) unter Berücksichtigung der Vorbefunde und der Klinik. Eine HPV – Diagnostik ist immer erforderlich, am besten durch PCR - Typisierung und sollte in dem Institut erfolgen, wo der Abstrich befundet wurde, so dass eine Gesamtbeurteilung abgegeben werden kann.